Geschichte 2
In den staubigen Hallen des Schulsozialarbeiterbüros, wo die Kreidestaub-Wolken aus den Unterrichtsräumen nicht hingelangten, saßen der Schulleiter Herr Einmal noch und ich werde... und sein treuer Gefährte, der Schulsozialarbeiter Freddy. Im Raum befand sich außerdem die zweite Schulsozialarbeiterin Sabina. Diese illustre Runde befand sich in einem Raum, das sehr viel Ähnlichkeit mit einer Folterkammer hatte: eine Mischung aus billigen Möbeln, chaotischen Aktenstapeln und einem Teppich, der längst kapituliert hatte.2
„Also“, begann Herr Einmal noch und ich werde... bei der täglichen Besprechung und versuchte, seine Augenbrauen zu einer einzigen, bedrohlichen Linie zusammenzuziehen. „Seitdem wir diesen Geist haben, passieren viele merkwürdige Dinge an unserer Schule. Was haben wir heute auf der Tagesordnung?“
Freddy, der aussah, als hätte er in seinem Leben viele Pausenbrote konfisziert und ebenso viele gegessen, zuckte mit den Schultern. „Nun, Chef, da wäre der Fall mit dem sprechenden Radiergummi in der 7b. Anscheinend gibt er den Schülern die richtigen Antworten, aber nur, wenn der Lehrer nicht hinsieht.“
Sabina, deren Optimismus so unerschütterlich war wie die Grundfesten der Welt, lächelte strahlend. „Oh, das klingt doch nach einer wunderbaren Gelegenheit für die Schüler, über Ethik und Fairness zu diskutieren!“
Herr Einmal noch und ich werde... stöhnte. „Sabina, manchmal denke ich, du würdest selbst in einem Drachennest noch nach dem Positiven suchen.“
„Ja“, erwiderte sie fröhlich, „jedes Drachennest ist eine Chance, etwas über Feuerbekämpfung zu lernen!“
Genau in diesem Moment materialisierte sich der Geist der Schule, begleitet von seinem treuen, schwebenden Hamsterskelett.
„Ach, ihr Sterblichen und eure kleinen Probleme“, seufzte er. „Zu meiner Zeit hatten wir noch echte Herausforderungen. Den großen Tintenfass-Aufstand von 1832 oder die Revolte der lebendigen Schulbücher.“
Freddy kratzte sich nachdenklich am Kinn. „Apropos Bücher, Chef. Die Bibliothekarin hat sich beschwert, dass die Bücher in der obersten Reihe ständig versuchen, zu fliehen. Sie sagt, sie habe sie beim Planen einer Revolte belauscht.“
Herr Einmal noch und ich werde... seufzte erneut tief. „Natürlich tun sie das. Wahrscheinlich haben sie von den Freiheiten der Bücher an der Nachbarschule gehört. Als Nächstes fordern sie noch Bananenpausen und ein eigenes Gewerkschaftsbüro.“
Sabina klatschte begeistert in die Hände. „Oh, wie aufregend! Wir könnten ein Projekt daraus machen. 'Demokratie in der Bibliothek' oder so ähnlich.“
Der Geist schüttelte seinen durchsichtigen Kopf, wodurch das Hamsterskelett neben ihm leicht zu klappern begann.
„In meiner Zeit hätten wir die Bücher einfach mit einem guten Fluch belegt. Ein bisschen Höllenfeuer hat noch keinem Buch geschadet.“
„Nun“, sagte Herr Einmal noch und ich werde... abermals mit einem Seufzen, das eine eindringliche Endzeitstimmung vermittelte, „ich nehme an, wir werden uns damit beschäftigen müssen. Aber zuerst: Hat jemand eine Idee, wie wir verhindern können, dass die Schüler die magischen Kreidekreise benutzen, um während der Prüfungen in andere Dimensionen zu reisen?“
Und so verging ein weiterer Tag im Büro der Schulsozialarbeiter: ein Ort, an dem das Unmögliche alltäglich und das Alltägliche unmöglich schien. Oder, wie es der Geist der Schule ausdrückte: „Die Schule, der vielleicht seltsamste Ort von allen.“