Geschichte 10

Das Elterngespräch

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Die Schule zur Unermüdlichen Bildung war bekannt für ihre ausgedehnten Elternabende. Dabei war das einzige, was länger dauerte als die Diskussionen, die Liste der Ausreden, warum niemand den Elternabend besuchen wollte.16

Ein fast leerer Elternabend in einem dunklen, magischen Klassenzimmer mit Stuhlkreis, Tafel, Ausredenliste, Katze, Sternenhimmel und warmem Kerzenlicht.
Der Elternabend: stimmungsvoll vorbereitet, pädagogisch bedeutsam und trotzdem nahezu menschenleer.KI-generiert

An diesem Morgen jedoch stand etwas noch Schlimmeres auf dem Plan: das Elterngespräch. Schulleiter Herr Einmal noch und ich werde...17 hatte mit seiner gewohnten Effizienz, oder vielmehr dem Fehlen derselben, einen Termin angesetzt, um das Problem eines Schülers namens Max zu besprechen. Max war ein Schüler, der wie eine leere Packung Kekse war: überall im Raum präsent, aber für niemanden nützlich.

Ein Elterngespräch, so hatte es Tradition an dieser Schule, wurde von den schulischen Mitarbeitern immer vorbesprochen. Anwesend waren dieses Mal neben dem Schulleiter die beiden Schulsozialarbeiter Sabina und Freddy.

Vorbesprechung des Elterngesprächs in einer magischen Schulstube mit Sabina, Freddy mit Glatze, gräulichem Bart und Brille, dem besorgten Schulleiter, dem Geist der Schule und dem Hamsterskelett.
Vor dem Elterngespräch: Sabina wirbt für Struktur und Verständnis, Freddy für Nervenstärke, und der Schulleiter ringt bereits um Fassung.KI-generiert

Sabina lebte in einer Art eigenwilliger, unschuldiger Logik. In der Schule war allgemein bekannt, dass Sabina eine merkwürdige Gabe hatte, Dinge zu sagen, die irgendwie Sinn ergaben, selbst wenn sie vollkommen absurd klangen. Freddys Definition von Professionalität hingegen schwankte irgendwo zwischen „Sprüche klopfen“ und „Schülern Schokoriegel klauen“.

„Der Junge braucht Struktur“, sagte Sabina, während sie das Protokoll auf einen Stapel Papiere schrieb, der so hoch war, dass er als Berg durchgehen könnte. „Und Verständnis!“

„Der Junge braucht ’nen Wachmann!“, brummte Freddy. „Struktur hat er genug, vor allem beim Unsinnbauen. Wenn der mir noch einmal die Bürotür mit einem Stück Käse verstopft, dann...“

Freddy mit Glatze, gräulichem Bart und Brille steht vor seiner Bürotür, die mit einem riesigen Stück Käse blockiert ist, während Sabina zuschaut und der Geist der Schule die Szene kommentiert.
Freddys Beschwerde war nicht unbegründet. Max hatte die Kunstform der Türblockade mit Käse offenbar schon beachtlich verfeinert.KI-generiert

„Ach, Freddy“, unterbrach Herr Einmal noch und ich werde..., der einen leeren Blick auf den Stapel Protokolle warf. „Die Kinder sind unsere Zukunft! Wir müssen sie mit Mitgefühl und Weisheit führen.“

„Ich führ ihn höchstens zum Ausgang“, murmelte Freddy.

Sabina lächelte wie jemand, der gleichzeitig Blumenstrauß und Mörser hält. „Wir müssen die Eltern einbeziehen. Gemeinsam sind wir stärker!“

„Oh, sicher,“ erklang eine hallende Stimme, und plötzlich schwebten rote Buchstaben durch die Luft. „Denn Eltern sind ja bekannt für ihre grenzenlose Einsicht und Selbstkritik. Ihr erinnert euch doch sicher an die Mutter, die ihren Sohn verteidigt hat, weil er ‚nur aus rein akademischem Interesse‘ die Klosettschüssel in Brand gesetzt hat?“18

Der Geist der Schule war erschienen. Wie immer von einem schwebenden Hamsterskelett begleitet, das dieses Mal mit einem Maßband herumfuchtelte, als wäre es der offizielle Vermesser des Chaos.

Herr Einmal noch und ich werde... hatte, mit einem Hauch von Tragik in seiner Stimme, alle Beteiligten in den Chemiesaal gebeten, als die Mutter von Max eintraf. Er hatte gehofft, dass der Geruch von Schwefelsäure die Ernsthaftigkeit der Lage unterstreichen würde. Es unterstrich vor allem die Tatsache, dass jemand vergessen hatte, das Fenster zu öffnen.

Sabina als junge blonde Schulsozialarbeiterin ohne Brille, Freddy mit Glatze, gräulichem Bart und Brille, der Schulleiter, Frau Müller, der Geist und das Hamsterskelett beim Elterngespräch im magischen Chemiesaal.
Das Elterngespräch im Chemiesaal: Sabina vermittelt, Freddy zweifelt sichtbar, und der Geist kommentiert die Lage auf seine eigene Art.KI-generiert

Frau Müller war eine imposante Frau, die aussah, als könne sie einem Oger eine Moralpredigt halten. „Max ist ein intelligenter Junge“, begann sie. „Er langweilt sich einfach, weil der Unterricht nicht anspruchsvoll genug ist.“

„Anspruchsvoll?“, fragte Freddy und zog eine Augenbraue hoch. „Er hat letzte Woche versucht, einen Flummi zu essen.“

„Er ist neugierig!“, schnappte Frau Müller.

„Ja, sehr neugierig. Er hat versucht, herauszufinden, ob er durch das Toilettenfenster passt. Spoiler: Er passt nicht.“ Der Geist der Schule ließ das Hamsterskelett einen Purzelbaum schlagen.

„Frau Müller“, sagte Sabina sanft, „wir möchten wirklich mit Ihnen zusammenarbeiten, um Max zu helfen. Vielleicht könnten wir gemeinsam an einer Tagesstruktur arbeiten?“

„Ich gebe ihm jeden Morgen ein gesundes Frühstück!“, rief Frau Müller. „Wenn er danach an der Sprungmatte im Sportunterricht kaut, liegt das doch nicht an mir!“

Nach einer weiteren Stunde, in der Sabina auf wundersame Weise die Wogen glättete und Freddy seinen Geduldsfaden mehrfach wieder annähte, kam man zu einem Kompromiss: Max würde einen strukturierten Tagesplan erhalten, der ihn so lange beschäftigt, bis er keine Zeit mehr hatte, Chaos anzurichten. Frau Müller nickte widerwillig, und der Geist verabschiedete sich mit einem Gesichtsausdruck, den nur geübte und wirklich gute Paläontologen hätten deuten können.19

Sabina als junge blonde Schulsozialarbeiterin präsentiert einen prunkvollen magischen Tagesplan für Max Müller, umgeben von schwebenden Symbolen für Käse, Flummi, Toilettenfenster und Taschenlampe.
Der Tagesplan: pädagogische Struktur als Antichaosmaßnahme mit Käse-, Flummi-, Toilettenfenster- und Taschenlampenprävention.KI-generiert

Fußnoten

  1. Einige Lehrer wählten sehr kreative Ausreden, darunter u. a.: „Meine Katze hat in meine Schultasche gepinkelt“.
  2. Herr Einmal noch und ich werde... bestand darauf, dass dies sein voller Name war, da sein Urgroßvater eine Leidenschaft für verlorene Wetten hatte.
  3. Der Geist hatte sich angewöhnt, in roten Buchstaben zu sprechen, weil auch die Lehrer alle Klassenarbeiten mit einem Rotstift korrigierten. Seine Überlegung entbehrte nicht einer gewissen Logik: „Die Lehrer korrigieren die Schüler in rot und ich korrigiere immer alle in rot.“ Alle Beteiligten hatten sich an den Geist gewöhnt.
  4. Die Paläontologen hätten in diesem Fall den Anwesenden als Übersetzung mitgeteilt: „Wenn der Junge noch einmal versucht, mich mit einer Taschenlampe auszuleuchten, dann ziehe ich ins Lehrerzimmer!“